Projekt “Neue Mitte” in Erfurt-Südost

16. April 2021

Der Erfurter Südosten soll eine eigene Stadtmitte, einen Anger, bekommen. Mit 50 Millionen Euro soll der Bereich zwischen Abzweig Wiesenhügel und Melchendorf neu gestaltet werden. Damit sollen die anliegenden Stadtteile Melchendorf, Wiesenhügel und Herrenberg verbunden werden. Ein verbindender und gemeinsamer Raum mit mehr Grün, Begegnungs- und Freizeitbereichen soll für die Menschen in Südost entstehen.

Zugegeben: Vor Ort fällt es schwer sich vorzustellen, wie diese “Neue Mitte” aussehen soll. Die Straßenbahnen 3 und 4 und die Kranichfelder-, sowie die Haarbergstraße zerschneiden den Südosten wie eine Barriere. Dazu noch die dunklen Fußgängertunnel, die insbesondere in der Nacht für viele Menschen bedrohlich wirken. Doch damit soll Schluss sein. Eine “Neue Mitte” soll entstehen mit Grünanlagen, die zum Spazieren und Eis-Essen einladen, verbesserten Verkehrswegen, die nicht als Barrieren sondern als Verbindungswege funktionieren und einem neuen Gemeinschaftsgefühl zwischen den Stadtteilen. Melchendorf kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Als Zentrum mit einem Anger, soll es das Bindeglied zwischen den anliegenden Siedlungen sein.

Projekt "Neue Mitte" in Erfurt-Südost

Treiben das Projekt auf unterschiedlichen Ebenen voran. Oberbürgermeister Andreas Bausewein, Landtagsabgeordnete Dr. Cornelia Klisch und Bundestagsabgeordneter Carsten Schneider 

Die Bürger sind gefragt

Wie so etwas aussehen soll, da sind die Bürger gefragt. Denn ein breites Bürgerbeteiligungsverfahren ist das Herz dieses Mammut-Projektes. Motto: “Die Anwohner wissen am besten, was sie wollen, brauchen und sich wünschen”. Die Bürgerbeteiligung sollte bereits im letzten Jahr starten, jedoch machte hier Corona einen Strich durch die Rechnung.

Zusammenspiel zwischen Bund, Land und Stadt

Mit 50 Millionen Euro ist dieses städteplanerische Modell-Projekt finanziert von Bund, Land und Stadt. Angefangen hat es mit einem Städtebauprogramm des Bundes, in dem 4 Städte in Deutschland ausgewählt wurden. Maßgeblich für die Aufnahme Erfurts war der SPD Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider. „Das Programm ist eine Initialzündung für den Südosten“, sagte er. „Die Menschen hier haben eine Aufwertung ihres direkten Lebensumfeldes verdient.“ Der Bund beteiligt sich mit 25 Millionen Euro.

Mit dem Landeshaushalt 2021 stellte auch das Land seine Beteiligung von 17,5 Millionen € sicher. “Ich bin sehr froh, dass von Thüringer Landesseite dieses wichtige Projekt stärker als ursprünglich geplant gefördert wird”, sagt Dr. Cornelia Klisch. Die Stadt Erfurt muss im Laufe der Jahre selbst 6,5 Millionen Euro beisteuern, sodass die “Neue Mitte Südost” entstehen kann.